Zettelkasten 25.02.2015; Autofahrers Privilegiencheck

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Sie hatten Nervenkitzel, Verspätungen, gelegentlich Halsschmerzen und nur alle 5 – 10 Jahre eine neue S-Klasse…

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aber auch verchromte Rundinstrumente, Rosenthal und intime Unterhaltungen mit Copilotinnen.

Was habt Ihr armen Honks im Reichshauptstadtslum? Ein iPhone…

 

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Glaubt Ihr, dass Stann Dibben verrückt ist?

14.01.17 Kurven Assistenz System

Ein zwei Meter langes Chesterfield – Sofa zum Preis von vier potthässlichen Stühlen im schrecklichsten Elchladen, musst du erst mal finden. Und dann muss dieses zentnerschwere Teil beim Freund in den 3. Stock und so was verlangt zuweilen einige Kletterarbeit, starke Arme, intakte Kniescheiben und dazu viel, viel Luft in den Lungen.

2010, bei diesen schweren Hebearbeiten mit dem Motor an unserer Pagode, da kamen die Schmerzen im linken Arm bis in die Brust plötzlich. Während der gut trainierte Nichtraucher – Freund die Couch die drei Treppenabsätze ohne Päuschenmachen hochtragen wolte, setzte ich dreimal aus. Da grinste der Freund: “Ah, jetzt macht er schlapp, der Schreibtischsitzer”. Das ärgerte mich, weil es ohnehin nicht mein Ding ist, nach dem Takt Anderer, in der Hierarchie fünf Treppenstufen über mir stehender, zu arbeiten und ich fragte mich auf jedem Treppenabsatz einen Moment, wieso ich mich mit einem Zentner Gewicht in den Armen überhaupt noch weiterquälte?

Nun, es ging so weiter, bis in den 3. Stock, ohne Schmerzen, auch gut, da stirbst du eben wirklich wie Gerhard Prinz, der Mercedes-Chef, weil du mit Kippe im Mund auf deinem Heimtrainer weiterstrampelst. Ob du unter Angina-Pectoris-Krämpfen Motoren aus- und einbaust oder dich der Herzinfarkt beim Hochtragen eines Chesterfield – Sofas in den 3. Stock erwischt, ist doch egal. Der Mensch ist mehr rationale Maschine, als er zugibt. Während man einen Zentner am Arm hängen hat, die Treppenstufen ertastet, sinnieren, funktioniert nicht. Bestenfalls stirbst du eines fernen Tages während eiligen Schrittes in der Brunnenallee, in der einen Hand den Zigarillo, die andere Hand am Rollator, wenn du Glück hast.

Zu meiner Frage: Ich nicht.

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26.04.2011: Lohner – Porsche “1900”

Wie lange schon tüfteln die “Erfinder des Automobils” am Hybrid – Antrieb herum?

Hätten sie mal besser 1900 bei ihrem heutigen Nachbarn einen Blick über den Gartenzaun geworfen. Ösi Prof. Ferdinand Porsche hatte den elektrischen Einzelrad – Hub – Motorantrieb am Lohner – Porsche schon anno 1900 zum Laufen gebracht.

Hier lesen…

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Die toten Autofabrikate II: Mopetta Brütsch

Die toten Autofabrikate üben für mich eine Faszination aus.

Über den ausgestellten Maikäfer” Volkswagen von Josef Ganz in der Central-Garage hatte ich schon geschrieben. Bernd Meyer – Brockel mit seinen  Freunden und ich waren gestern mal zur Besichtigung dort.

Weitere Links: Hier

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Honni’s russische Pagode, Klopapier, Schoko-Osterhasen und Pelzmütze

Einen kannte ich mal, der hatte 35 Jahre lang auf Reisen in jedem Hotel Shampoo-Fläschchen mitgenommen und eine Sammlung mit über 3000 Fläschchen. Manche haben über Jahre Nachttöpfe-Sammlungen  zusammen-getragen. Ein Freund von mir sammelt seit 20 Jahren Kfz-Instrumente und hat sich letztes Jahr einen Anbau am Haus ausgebaut, um seine über 2.500 Tachometer, Drehzahlmesser und anderes Messwerk aus den hunderten von Kartons herausholen und halbwegs auch mal anschauen zu können. Über August des Starken Porzellansucht hatte ich vor Jahren in Dresden eine Anekdote gehört: er verkaufte einst ein ganzes Regiment Soldaten an den preußischen König, ein Friedrich Wilhelm, dessen Nummer mir leider entfallen ist, für ein Paar feinster Ming-Vasen für seine Sammlung… das ist fast schon ein wenig klischeehaft…

Zu einem anderen fuhr ich gestern mal hin: Jürgen Schäufele, dessen Vater, Karl-Heinz Schäufele, Konstrukteur des welberühmten Lloyd – Rekordwagens noch in den 50er Jahren ein bekanntes Lloyd- und Borgward – Autohaus in Wiesbaden betrieb, nutzte 1989 den Fall der Mauer und während seiner langjährigen Berufstätigkeit als Jurist, um in den letzten 20 Jahren in jeder Minute seiner Freizeit, den Brüdern und Schwestern der ehemaligen DDR das abzukaufen, was dort vielerorts nur einfach in Müllcontainer geschmissen wurde, um Platz für den Billigschrott aus westdeutschen Möbelhäusern und Discountmärkten zu schaffen.

Wenn Honni mal seinem Völkchen besonders nahe sein wollte, lies er sich einfach ein paar Gläser “Geruchsproben” von der Stasi kommen, so konnte man “auf- und straffällig Gewordene durch Ost-Hundenasen besser aufspüren, glaubte man, kein Witz…

Honni’s Pelzmütze…

Grade stand ich gestern Nachmittag nach einem langen Besuch bei Herrn Schäufele zum Gehen bereit, als vor der Tür das aus Hamburg angereiste Reporter-Team von AutoBild Klassik, mit geschäftsführendem Redakteur, klingelte. Dort soll wohl in der September-Ausgabe ein ausführlicher, bebilderter Bericht über die Sammlung erscheinen.

Eine Fotorepoartage mit mobilem Studio – Equipment, mit dementsprechend gut ausgeleuchteten Fotos, kann ich nicht bieten, dafür mache ich das aus Neugierde und Interesse, nur so zum Spaß, und vor allem für lau.

Bei mir folgt demnächst nur noch ein Gastbeitrag von Jürgen Schäufele..! Denn das meiste über ihn und seine Sammelleidenschaft stand im April schon in der FAZ

Hier sind 4 Galerieseiten mit unstudiomäßig aufgenommenen, bescheidenen Fotos.

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Im “Maikäfer” Volkswagen und die Kreaturen des Wirtschaftswunders

 

Es dauerte etwas, bis ein Mitarbeiter und guter Freund in der Central Garage  die 6 Einspritzdüsen in einem Thermo-Ultraschall-Reiniger gereinigt und auf fast Neuzustand gebracht hatte, und alle 15 Atü Druck auch haltend. Ich hatte noch etwas Zeit und streifte durch die Ausstellungsäume.

Dort entdeckte ich prompt den “Ganz”, in dem Prototyp während seiner Restaurierung einmal hinter dem Lenkrad zu sitzen, ich schon vor über einem Jahr das Vergnügen hatte. 79 Jahre vorher, 1931, hatte Josef Ganz dieses Auto konstruiert… den “Maikäfer” Volkswagen.

NSKK-Führer (Nationalsozialistisches Kraftfahrkorps) traten in den 30er Jahren als Gralshüter einer judenfreien, automobilen Gesellschaft auf. Hühnleins Ausspruch: “Wer nicht Nationalsozialist ist, darf sich auch nicht mit dem Ideengut der Motorisierung befassen”, spiegelt die nationalsozialistische Ausschlusspolitik wieder, die besonders Ingenieuere und in der Motorrad- und Automobilindustrie tätige Manager und Konstrukteure jüdischer Herkunft ausgrenzte. Bei der Entwicklung von Industrieprodukten mit nationalem Rang wie dem Volkswagen waren Juden nicht erwünscht. Beispielhaft dafür steht der Name Josef Ganz, Diplomingenieur, Publizist und Schriftleiter.

1933 Motor - Kritik1Er war als Berater bei Mercedes-Benz, bei BMW und der Standard Fahrzeugfabrik tätig und gab ab 1928 die Fachzeitschrift “Motor-Kritik” heraus, die es war nicht mehr gedruckt, dafür aber heute als Blog online von Wilhelm Hahne und nicht weniger kritisch, wieder gibt.

Josef Ganz gehörte zu den Vätern der Volkswagen – Idee in der Weimarer Republik. Nach der Machtübernahme durch die Nazis, verstärkten sich die Vorwürfe gegen ihn wegen seiner kritischen Haltung. Im Dritten Reich wurde der Firma Standard, für die er einen “Volkswagen” mit Heckmotor und Maikäferform konstruiert hatte, dann untersagt, die Werbung mit dem Begriff “Volkswagen” fortzusetzen. Korpsführer Hühnlein verunglimpfte die von Josef Ganz herausgegebene Zeitschrift “Motor-Kritik als jüdisches Machwerk. 1933 kurzzeitig von der Gestapo in Haft genommen, ging Ganz MItte der 30er Jahre in die Emigration.

Wer noch mehr erfahren will, findethier einen sehr gut recherchierten Beitrag.

Und ansonsten: schaut Euch die Ausstellung in der Central Garage und dazu die Kreaturen des Wirtschaftswunders an, die jetzt grade beginnt.  Hier sind noch mal einige interessante Links: Josef Ganz 1945… und über Fakten “Wie der VW – Käfer wirklich entstand”…

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Noch ein paar Links: Bungartz Butz Kleinwagen  hier was über den KdF – Wagen und hier ein Prospekt von damals

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