Über Stubenfliegen und selbstgefälliges “Made in Germany”

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Dass eine Stubenfliege einen Wirbelsturm auslösen kann, ist neu für mich. Da kommt in der mit Zigmillionenwerbeaufwand zelebrierten Autowelt von hinten so ein kleines, beschissenes Software – Hilfsprogramm von BOSCH angeschlichen und ruiniert nach Meinung der Journaille vielleicht unsere gesamte Wirtschaft. Kaum zu glauben, da kann eine einzige, kleine Zeile eines Programmcodes den größten Automobilkonzern in seinen Grundpfeilern erschüttern, “Vorsprung durch Technik” und “Made in Germany” als jahrzehntelange Phrase von falschmünzenden Vorständen und Entwicklungs – Managern entlarven, um damit Millionengehälter und -Boni abzukassieren, einen ganzen Konzern um 10 bis 20 Jahre zurückwerfen, ja mitsamt seinen 600.000 Mitarbeitern sogar ruinieren und zu einem Paradigmenwechsel in der gesamten Automobilindustrie führen?

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Wir schauen gebannt auf die Flüchtlingsströme, befürchten den Untergang Deutschlands und ein Stuttgarter Oberbügermeister wundert sich währenddessen, dass auch 8 Jahre nach Einrichtung von Umweltzonen, heute noch genau so viel Feinstaub in der Luft hängt wie davor, eine Bundesregierung wusste seit Jahren von den Betrügereien bei VW, ach ja, seit heute wissen wir, auch die neuen Dienstwagen – Marke des FC Bayern, AUDI, ist rund 2 Millionen Mal ebit-software-getunt, insgesamt sollen so etwa 11 Millionen Autos aus dem VW – Konzern mit der Betrugs-Softare ausgestattet sein, Daimler Benz ruft just 11.000 Sprinter zurück, “weil ein Software – Fehler TÜV und DEKRA vom korrekten Messen der Abgaswerte abhält”… ABER ANDERS, VÖLLIG ANDERS ALS BEI VW, HÖRT IHR?…und so was kann man sich gar nicht ausdenken, ein Verkehrsminister Doofrind will von all dem erst vor 2 Wochen aus der Zeitung erfahren haben.

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Ich habe da seit dem staatsstreichartigen Verweigern des BND, dem Parlament die Sektorenlisten der NSA auf den Tisch zu legen und seit dem bekannt ist, dass Firmen wie Siemens und andere abgeschnorchelt wurden, so meine eigenen Gedanken. Nur ein Beispiel:

Die Amerikaner lieben Pickup-Trucks, den lukrativen Markt teilen sich aber drei US-Hersteller auf. Mit dem brachialen Amarok hätte VW einen potenziellen Angreifer im Programm. Doch die Wolfsburger wagen sich damit nicht auf den US-Markt – wegen einer jahrzehntealten Steuer”  “…im Segment für leichte Nutzfahrzeuge, zu denen die Pickup-Trucks offiziell zählen, dominieren US-Hersteller weiterhin klar: Ford, General Motors und Chrysler kommen zusammen auf über 80 Prozent Marktanteil”   “…Das hat weniger mit dem Patriotismus der Pickup-Käufer zu tun, sondern mit einem Handelskrieg zwischen Europa und den USA in den 1960er-Jahren. Damals ging es um den Import von billigem US-Geflügel, dem Deutschland und Frankreich im Jahr 1962 mit hohen Zöllen einen Riegel vorschoben. Die USA revanchierten sich mit einer 25-prozentigen Einfuhrsteuer auf landwirtschaftliche Produkte aus Europa. Zu denen zählten nach damaliger US-Auffassung neben Kartoffelstärke und Brandy auch leichte Nutzfahrzeuge. Die sogenannte “chicken tax”, also “Hühnersteuer”, wurde seither zu großen Teilen aufgehoben – für die Leicht-Lkws gilt sie auch nach über 50 Jahren.”

Ich bin beileibe kein Verschwörungstheoretiker, aber es gibt kaum einen Zweifel daran, dass dieser Fake mit den Abgaswerten ausnahmslos allen damit Befassten von Anfang an bekannt war, hüben wie drüben, auch den Behörden in den USA. Wenn um diesen Umstand erst jetzt öffentlich ein riesiger Bohei gemacht wird, so bedeutet das, dass er von irgend jemanden instrumentalisiert wird. Irgendwer im niedergehenden Land der vom-Tellerwäscher-zum-Millionär-Karrieren und in der Dieseltechnologie 20 Jahre hinterherhängenden CO2 – schleudernden Benzinfresser, des für allzeits volle Tanks ganze Landstriche verwüstenden Frackings in Naturschutzgebieten, regt sich auf und zeigt Deutschland “bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt”, schon mal die TTIP – Folterinstrumente der Zukunft.

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Winterkorn removed by… or not?

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Bis letzten Sonntag etwa 16.00 Uhr konnte ich mir das jüngste Werbefilmchen von VW über den saubersten Diesel der Welt, mit den alten Muttchen in ihren putzigen 50er – Jahre Blümchenkleidern hinterm Lenkrad, den Golden Sisters, auf den US – Seiten wie Jalopnik und Car & Driver noch ansehen. Danach hieß es bei YouTube: “This video has been removed by the user”.

15.09.23 VW Diesel-Myths

Auf der IAA Internationalen Automobilausstellung auf dem Ausstellungsstand von VW möchte ich heute einmal Mäuschen sein. So wie ich, dürften viele sich das echt gut gemachte Werbe-Video rechtzeitig gesichert haben und es dürfte auf den Messeständen bei den Mitbewerbern für viel Erheiterung sorgen.

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VW hat 482.000 Autokäufer in den USA – inzwischen spricht man von bis zu 11.000.000 Autokäufern – wie man umgangsprachlich sagt, nach Strich und Faden beschissen. Ferdinand Pietch, der Porsche – Enkel, der rund 14 % Anteile an der Porsche SE hält, die wiederum gut die Hälfte der Volkswagen – Stimmrechte kontrolliert – rechnerisch können ihm damit 6,7 % der Volkswagen – Stammaktien zugerechnet werden – der Winterkorn schon vor Monaten abservieren wollte, weil er ihn für die Aufgabe “Wir sind dabei, Volkswagen ein Stück weit neu zu erfinden” für ungeeignet hielt und sich einen erbitterten Machtkampf mit Winterkorn lieferte, an dessen Ende er selbst den Hut nahm, hat Sonntagabend bestimmt eine Flasche Champagner aufgemacht.

Screenshot YouTube Werbefilm - 01

Eigentlich ist diese Beschiss-Affäre um den Einbau eines bei Abgastests manipulierenden Chips in Diesel-Autos, der die tatsächlichen Abgaswerte um das bis zu 40-fache heruntermanipuliert und die in Wirklichkeit Innovationsunfähigkeit exemplarisch beweist, selbst unter dem Aspekt, dass hier eiskalt ein knallharter Betrug begangen wurde, für mich kein Thema mehr, für das es sich lohnt, darüber zu schreiben. Es ist nämlich ein alter Hut. Folkher Braun, einer der mit beiden Händen hinterm Lenkrad sitzt, hat es treffend erklärt:

“Bitte den Winterkorn etwas tiefer hängen. VW-Autos haben eine Prüfstand-Erkennung wie alle anderen auch. Der Übeltäter ist das Antiblockiersystem. Auf dem Prüfstand drehen die Räder einer Achse, die der zweiten nicht. Also sagt die ABS-Logik: das Auto fährt gar nicht. Es ist also eine Prüfsituation. Das ist an sich nicht schlimm. Die Frage ist, was man mit dieser Information macht. Man kann ein Signal an die Motorelektronik senden: im Falle nur einer drehenden Achse bitte den Einspritzdruck zurücknehmen bis der Sensor für Abgasgegendruck bestätigt, dass weniger Dreck geflogen kommt. Es gibt da mehrere Möglichkeiten. Die nächste Variante ist über die Software-Erkennung. Wenn ich eine Verbindung mit einer Auto-Elektronik aufnehme, muss ich zwei Benutzercodes hinterlegen und die Elektronik erkennt das lesende Gerät. Findet es keine Werkstattsoftware, kann es genau so auf Sparmodus schalten. Die Techniken sind seit Jahren bekann. Ein schwedischer Lkw-Hersteller wurde schon vor 15 Jahren bei der Umstellung von Euro1 auf Euro2 mit der Technik erwischt. Heute ist das Unternehmen Teil des VW-Konzerns.”

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Aber weil man auch aus dieser Affäre ein weiteres mal lernen kann – wie der Neoliberalismus nicht nur bei libor-zins-manipulierenden Deutsch-Bankstern, sondern inzwischen auch im deutschen Aushängeschild, dem Automobilbau, nach der bei der 68er Apo geklauten Devise “legal, illegal, scheissegal” funktioniert, haben ich mich mit dem Thema beschäftigt und mir einfach die Frage gestellt, was ist schlimmer: Hütchenspielerei, Steuerhinterziehung oder vorsätzliche Täuschung von Autokäufern?

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In Deutschlands Automobil – Talkshow “Die blaue Stunde – Männerrunde” zeigen Promis wie Prof. Dr. Winterkorn grade mal wieder , dass niedrigstes Niveau bei heutigen Betrugsformen, längst kein Vorrecht der verachteten albanischen Hütchenspielern und Deutsch – Bankstern mehr ist. Immerhin ist der an der Spitze hauptverantwortliche Mänätscher dafür der Vorstandsvorsitzende des VW-Konzerns, der seit Jahren mit zweistelligen Millionenbeträgen zum Ausgleich für seine erfolgreiche Arbeit entlohnt wird, als Dienstleistler für die Familien Piech und Porsche das Familienvermögen jährlich um ein paar hundert Millionen zu vermehren und dessen Vertrag eigentlich justamente bis 2018 verlängert werden sollte, nicht irgend wer.

Winterkorn war trotz zuletzt erheblicher Wiederstände von Ferdinand Pietch, in dieser Rolle bis gestern sicherlich auch in der richtigen Art für die Zukunft eingeplant und hat darüberhinaus auch für Audi, Skoda, Bugatti, Bentley, Lamborghini, Ducati und MAN eine erhebliche Bedeutung, weshalb die Kanzlerin ihm erst vor ein paar Tagen auf der IAA ihre persönliche Aufwartung machte.

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Wenn angesichts drohender Milliarden – Bußgeldern in den USA und zusätzlichen Schadensersatzklagen von US – Käufern, die durch das “betrügerische” Verhalten von VW einen beträchtlichen “Wertverlust” erlitten, dann der Aktienwert um runde 40 Prozentpunkte in den Keller rauscht und sich in zwei Tagen mal eben so fast 30 Milliarden Börsenwert verpulverisieren…? na und? Die Fabrikgebäude stehen doch noch, die 600.000 Beschäftigten können weiterhin Autos produzieren und allenfalls die Aktionäre, für die sich mein Bedauern in Grenzen hält, fressen eine Zeitlang Kreide.

Meine Meinung? Ich erinnere mich da einen Artikel der gleichen Journaille, die heute Winterkorn in kleine Schnipsel zerreißt, wo es vor ein paar Monaten noch hieß:

“Warum es irrsinnig ist, Winterkorn zu entmachten” … “Alle fragen sich, warum ein Konzernchef vom Hof gejagt werden soll, der eine lange Liste von Erfolgen vorweisen kann?”   …. “Winterkorn ist seit Anfang 2007 im Amt, seither hat sich der Kurs der VW-Aktie um 350 Prozent verbessert.”   …   “In der Ära Winterkorn wurde der VW-Konzern zur Gewinnmaschine. Und auch wenn man sich daran gewöhnt hat: Das war nicht immer so. Anfang der 90er- und dann erneut Anfang der 2000er-Jahre galt Europas größter Autobauer als Sanierungsfall.”   …   “2011 erwirtschaftete VW mit einem operativen Ergebnis von 11,3 Milliarden Euro schließlich fast so viel Gewinn, wie der langjährige Konzernchef Carl Hahn Anfang der 90er-Jahre an Umsatz erzielte.”   …   “Selbst als Vorstandschef legte Winterkorn so oft wie möglich selbst Hand an. Alle zwei Wochen landen in Wolfsburg auf dem sogenannten Schadenstisch der Entwicklung Komponenten, die nicht funktionieren, wie sie sollen. Der Metallphysiker Winterkorn greift dann zum Werkzeug, dem sogenannten “Winterkorn-Besteck”. Das umfasst Feuerzeug, Nagel, verschiedene Schraubenzieher und -schlüssel. Mit solchen Utensilien traktiert der pingelige Physiker die Bauteile.”

Einen sachlichen Grund, VW-Chef Winterkorn als Bauernopfer abzusetzen, gibt es tatsächlich nicht. Winterkorn hat als “Dienstleistler” zur Vermehrung des Gewinns seinen Auftrag mehr als erfüllt. VW hat beschissen, aber die verlogene Brut, die sich heute empört zum Richter aufspielt, allen voran unser Verkehrsminister Dobrindt, haben alle davon gewusst.

Update 24.09.2015: Warum selbst eine von Rechtsexperten für möglich gehaltene 100 – Milliarden – Dollar Strafe und mehr, nicht unrealistisch ist: Idealismus pur, Gina Mc Carthy

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P.S.“Ich verlasse München, aber nicht Euch” schrub Dr. Wolfgang Porsche 2010 auf seinen Einladungskarten an seine Bussi-Bussi-Freunde von Münchens Schickeria, kurz nachdem er sich mit der Übernahme von VW verspekuliert hatte und 10 Milliarden schulden hinterließ, und bevor er München nach zwei Jahrzehnten unbeschwerten Lebens dort verließ und die Schlüssel der herrschaftlichen und schönsten Villa mit dem größten Park in Münchener Bestlage am Herzogpark an den neuen Besitzer, Prof. Dr. Martin Winterkorn, übergab.

Was Winterkorn, das höchstwahrscheinliche Bauernopfer am Ende, wohl demnächst auf seine Einladungskarten schreibt?

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