Wolfsburghausener – Jouhurnalismus

15.10.28 VW - Verlust im 3. Quartal...

Wochenlanges Schönredenlassen “die VW – Geschäfte laufen wie geschmiert” durch die Wolfsburghausener Journaille

“Trotz Abgas-Affäre spürt der VW-Konzern in Europa auch beim Bestelleingang noch keine Auswirkungen des Skandals. In Deutschland wachse seit dem Bekanntwerden der Manipulationen vor rund einem Monat sogar die Zahl der Bestellungen…”

Als einfacher Maschinenschlosser hätte mich brennend interessiert, wie das zusammengeht, gestern hui, heute pfui? Interessehalber habe ich mir grade den Liveticker der VW-Pressekonferrenz durchgelesen. “… Größe sei zwar wichtig in der Branche. Es komme aber nicht nur darauf an, 100.000 Autos mehr oder weniger zu verkaufen…” blablabla… Was für ein bullshitbelangloses Gefasel…

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Bedauernswertes, gelfrisiertes Lumpenproletriat II

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Es gibt natürlich keine Ratgeber für Dummies und gelfrisiertes Lumpenproletariat für Kapitalanlagebetrug, kein „wie trete ich dem Hascherl die Tür ein und sehe zu, wie ich seine Spargroschen in meine Taschen bekomme“ und Tips, „Der perfekte Betrug, mit ein paar hundert Millionen Beute unentdeckt und straffrei davonkommen“.

Gemeinhin ist man dann, wenn man geschnappt wird, stets gut beraten, beim Strafverteidiger nicht sparen zu wollen, denn einer muss ja die Staatsanwälte und Richter mit der Geschichte vom 5-jährigen Sohn, der seinen “bei Wasser und Brot” “einsitzenden” Papi wiedersehen will, erweichen.

Hier bei uns nun, im Staatskonzern Deutschland, liegen die Dinge natürlich etwas anders. Grade haben 8 Millionen Deutschland – Gesellschafter, altmodische so wie ich, die Bereitschaft des neuen Deutschland – Managements erfahren, solche für uns ungewöhnlichen Wege – umgangssprachlich gelegentlich noch “Lug und Betrug” genannt – zu beschreiten. Tja, da sind heute richtige Draufgänger am Werk, zu denen man aufblicken kann, die lassen die Kugeln rollen, fünf grade sein, die riskieren was:

Denn, so deren Devise in klassischer neoliberaler Manier, wenn es gut gegangen ist, fragt hinterher keiner nach den krummen Wegen, die man gehen musste. Und wenn es schief geht – ist man im Gegensatz zum kleinen Graukapitalmarktbetrüger in der komfortablen Lage, nicht den Staatsanwalt fürchten zu müssen, sondern Dank guter Freunde_innen selbst die Legislative zu sein. Wo ja sogar der amtierende Finanzminister einschlägige Erfahrung mit Geldern hat, die einem einfach so ins Büro gebracht werden.

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Da tut mir der amtierende Meister der GT4-Rennklasse, Daniel Uckermann, der wohl mitsamt 100 Millionen, Frau und Kind und Kegel die Fliege gemacht hat, irgend wie sogar ein bißchen leid.

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[Foto: “Der schnelle Daniel flieht vor seinen Kunden…” ]

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Über Stubenfliegen und selbstgefälliges “Made in Germany”

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Dass eine Stubenfliege einen Wirbelsturm auslösen kann, ist neu für mich. Da kommt in der mit Zigmillionenwerbeaufwand zelebrierten Autowelt von hinten so ein kleines, beschissenes Software – Hilfsprogramm von BOSCH angeschlichen und ruiniert nach Meinung der Journaille vielleicht unsere gesamte Wirtschaft. Kaum zu glauben, da kann eine einzige, kleine Zeile eines Programmcodes den größten Automobilkonzern in seinen Grundpfeilern erschüttern, “Vorsprung durch Technik” und “Made in Germany” als jahrzehntelange Phrase von falschmünzenden Vorständen und Entwicklungs – Managern entlarven, um damit Millionengehälter und -Boni abzukassieren, einen ganzen Konzern um 10 bis 20 Jahre zurückwerfen, ja mitsamt seinen 600.000 Mitarbeitern sogar ruinieren und zu einem Paradigmenwechsel in der gesamten Automobilindustrie führen?

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Wir schauen gebannt auf die Flüchtlingsströme, befürchten den Untergang Deutschlands und ein Stuttgarter Oberbügermeister wundert sich währenddessen, dass auch 8 Jahre nach Einrichtung von Umweltzonen, heute noch genau so viel Feinstaub in der Luft hängt wie davor, eine Bundesregierung wusste seit Jahren von den Betrügereien bei VW, ach ja, seit heute wissen wir, auch die neuen Dienstwagen – Marke des FC Bayern, AUDI, ist rund 2 Millionen Mal ebit-software-getunt, insgesamt sollen so etwa 11 Millionen Autos aus dem VW – Konzern mit der Betrugs-Softare ausgestattet sein, Daimler Benz ruft just 11.000 Sprinter zurück, “weil ein Software – Fehler TÜV und DEKRA vom korrekten Messen der Abgaswerte abhält”… ABER ANDERS, VÖLLIG ANDERS ALS BEI VW, HÖRT IHR?…und so was kann man sich gar nicht ausdenken, ein Verkehrsminister Doofrind will von all dem erst vor 2 Wochen aus der Zeitung erfahren haben.

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Ich habe da seit dem staatsstreichartigen Verweigern des BND, dem Parlament die Sektorenlisten der NSA auf den Tisch zu legen und seit dem bekannt ist, dass Firmen wie Siemens und andere abgeschnorchelt wurden, so meine eigenen Gedanken. Nur ein Beispiel:

Die Amerikaner lieben Pickup-Trucks, den lukrativen Markt teilen sich aber drei US-Hersteller auf. Mit dem brachialen Amarok hätte VW einen potenziellen Angreifer im Programm. Doch die Wolfsburger wagen sich damit nicht auf den US-Markt – wegen einer jahrzehntealten Steuer”  “…im Segment für leichte Nutzfahrzeuge, zu denen die Pickup-Trucks offiziell zählen, dominieren US-Hersteller weiterhin klar: Ford, General Motors und Chrysler kommen zusammen auf über 80 Prozent Marktanteil”   “…Das hat weniger mit dem Patriotismus der Pickup-Käufer zu tun, sondern mit einem Handelskrieg zwischen Europa und den USA in den 1960er-Jahren. Damals ging es um den Import von billigem US-Geflügel, dem Deutschland und Frankreich im Jahr 1962 mit hohen Zöllen einen Riegel vorschoben. Die USA revanchierten sich mit einer 25-prozentigen Einfuhrsteuer auf landwirtschaftliche Produkte aus Europa. Zu denen zählten nach damaliger US-Auffassung neben Kartoffelstärke und Brandy auch leichte Nutzfahrzeuge. Die sogenannte “chicken tax”, also “Hühnersteuer”, wurde seither zu großen Teilen aufgehoben – für die Leicht-Lkws gilt sie auch nach über 50 Jahren.”

Ich bin beileibe kein Verschwörungstheoretiker, aber es gibt kaum einen Zweifel daran, dass dieser Fake mit den Abgaswerten ausnahmslos allen damit Befassten von Anfang an bekannt war, hüben wie drüben, auch den Behörden in den USA. Wenn um diesen Umstand erst jetzt öffentlich ein riesiger Bohei gemacht wird, so bedeutet das, dass er von irgend jemanden instrumentalisiert wird. Irgendwer im niedergehenden Land der vom-Tellerwäscher-zum-Millionär-Karrieren und in der Dieseltechnologie 20 Jahre hinterherhängenden CO2 – schleudernden Benzinfresser, des für allzeits volle Tanks ganze Landstriche verwüstenden Frackings in Naturschutzgebieten, regt sich auf und zeigt Deutschland “bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt”, schon mal die TTIP – Folterinstrumente der Zukunft.

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[Fotos]