Adler auf der Strasse.

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Dunkelrot geht immer, oder?

Seit heute 9.30 Uhr sind sie unterwegs. Mit dabei, die Urenkelin von Heinrich Kleyer (auf dem Foto die Dame, die bei meinem Bekannten Rolf Ackermann im Fonds seines Adler’s sitzt).

Kaum vorzustellen, wenn Adler als vor dem Krieg einer der innovativsten Automobilherstellern mit damals technisch anderen Herstellern weit überlegenen Automobilen, 1948 die Automobilproduktion wieder aufgenommen hätte. Dann wären mit hoher Wahrscheinlichkeit heute die Karten unter den Automobilherstellern völlig anders gemischt und vielleicht stünde ja sogar eine Frau an der Spitze des familiengeführten Frankfurter  Autohersteller ADLER.

Danke für die Geduld und die Aufmerksamkeit.

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“50 Jahre S – Klasse”, aber aber…

1960 Italien Rückreise Sussten-Pass

“Die Mercedes-Benz S-Klasse feiert ihr 50-jähriges Jubiläum. Auch wenn die erste offizielle S-Klasse erst 1972 ihren Titel tragen durfte, gelten bereits die Baureihen W108/109, die ab 1965 produziert wurden, als die erste Generation der Edel-Limousine mit dem Hang zur Perfektion. Die Modelle 250 S, 250 SE und 300 SE setzten damals vor allem technisch völlig neue Maßstäbe im Segment der Luxus-Limousinen. © Daimler”

So einen Quatsch können auch nur Brand – Kommunikäschen –  PRolls schreiben, die damals noch gewindelt wurden oder dachten, Kolben seien was zum Essen und wachsen auf dem Feld.

Beweismittel: Siehe oben. 220 S… “ein Modell der Oberklasse”, 1959, Wirtschaftswunderzeit und Hazy, als es noch hieß “Nur ein Mercedes ist ein Mercedes”, als damals letzten Vorführwagen vor dem Modellwechsel zur Heckflosse 220 SE, von Dr. Vogler Bad Homburg, gekauft… hellgrün-metallic, braune Lederausstattung und beigefarbenes Stoffschiebedach, einfach SSSSSSSSuper.

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Rituale für Glückskinder U30

Mein Westviertel, wo ich die ersten 36 Jahre aufwuchs und lebte, war nicht so arm, und dort gab es auch keine klassenlose Gesellschaft, wie es oft behauptet wurde. Ganz im Gegenteil. So bekamen die meisten meiner Freunde zum Realschulabschluss in der Regel die erste Armbanduhr, die einen die Uhr, die der Opa über den Krieg gerettet und in den Hungerzeiten nicht in einen Zentner Kartoffeln oder Briketts umgetauscht hatte, oder Uhren, die im An- und Verkaufsladen in der Lahnstraße ein paar Tage vorher noch ausgelegen hatten. Andere bekamen schon etwas Besseres, eine neue Dugena, Kienzle oder Mauthe, oder so wie ich eine SOLVIL-TITUSmatic, eben das, was der erste Uhrenhändler im Westviertel, Uhren – Braun an der Galluswarte, für die Rituale der besseren Leute damals so vorrätig hatte.

Die Eltern kauften wohl in der Hoffnung, die frisch gekürten  Schulabsolventen würden damit morgens pünktlich zur Arbeit bei ihren Lehrstellen erscheinen, und weniger das tun, was dann oft folgte: Sie bei Stürzen mit der ersten Kreidler-Florett ruinieren, beim Fussballspielen an der Ackermannwiese im Umkleideraum liegenlassen, beim Fähnchenhändler die ausstehende Monatsrate für’s erste Auto damit bezahlen, oder sie, wie in einem Fall geschehen und mir 30 Jahre später beim ersten Klassentreffen erzählt wurde, bei einer Engelmacherin zurückzulassen, weil der Schulfreund nicht den Hunderter hatte, um für die in der Tanzschule kennengelernte, erste, weibliche Flamme des Lebens, den in einer Hinterhofwohnung durchgeführten Eingriff zu begleichen.

Meine TITUSmatic habe ich heute noch. Ihr übrigens in bester alter schweizer Tradition hergestelltes Automatikwerk, wird nach über 30 Jahren und einer Reparatur und Einstellung, schon bald wieder an meinem Arm ticken, wenn ich vielleicht mit der Pagode durch den Taunus fahre. Und glücklich bin, weil ich die  Geschichte nicht vergessen habe, sondern in ihr lebe und daraus gelernt habe.

Was wollte ich eigentlich sagen? Ach ja, ich habe deshalb selten so gelacht, wie beim Anblick der Fotos über die Rituale, die es damals noch nicht gab, über Eliten, die heutzutage ihren Kids die Rolex Day Date in Gelbgold mit Borkengavur + Platincard “Off Limits”, schon bei der Einschulung schenken und über deren sich zum Glück manchmal selbst nicht ernst nehmenden U30 – Glückskinder von heute. 

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16.08.2010: Gaul durchgegangen

60 und immer noch am Leben? Oh weh. Mal schaun, was ich mit 70 brauche? Einen Rollstuhl von Ferrari vielleicht?

Die Einheimischen meiner kleinen Stadt mögen es hier übrigens, wenn man mit so einem Kö-Hingucker durch ihr Städtchen fährt, wohl deshalb gibt es hier besonders viele. Vielleicht sollte man den Fahrerinnen und Fahrern auf dem Weg zur und auf der Pappelalle nur mal den richtigen Umgang mit ihren PS-Spritzen erklären, bevor ihnen 500 Meter von mir entfernt, auf dem Weg zum Autobahnrennen ihr Gaul durchgeht.

P.S. Wusstet ihr eigentlich, dass Enzo Ferrari in den 50ern seinen Rennfahrern – in einem stinknormalen Peugeot 403 hinterhergezockelt ist? Warum wohl?

 

Ferrai UNfall Bad Homburg.