HAPIMAG’s “alte Hüte” auf teueren, alten Rädern

 

Diesem Beitrag ging 1990 der Besuch des Mannes voraus, der als Urvater der Time – Sharing – Branche gilt, Alexander Nette, dessen Nachahmer in den 80ern und 90ern teilweise bitterböse Kriminalgeschichte geschrieben haben.  Wie einigen  Freunden aus damaliger Zeit bekannt ist, war ich in den 80er Jahren dem bei 135.000 Nutzern bekannten schweizer Unternehmen Hapimag als recht erfolgreicher Vertriebsdirektor der Idee – einmal kaufen, nie mehr mieten – verbunden; von brandenburgischen Blog-Borderlinern Alterszynikern abfällig als “Hapimag – Drücker” tituliert.

Mit den gleichen Argumenten wie damals, angeblich wirtschaftlich  sinnvoller und viel Spaß und Lebensfreude bereitender Investitionen in quasi Teilzeiteigentum, werden  bereits seit längerem die letzten wiederspenstigen Automobilitätsverweigerer mit “Car – Sharing” hinters Lenkrad von Alltagsautos gelockt, und jetzt auch Oldtimer-Liebhaber. Vor kurzem lag am Tresen meiner Tankstelle ein Werbeflyer von Automobile Meilensteine. Aha, jetzt auch einer in Frankfurt, der Nette’s alte Hüte des Hapimag-System mit Nutzungsrechten und Wohnpunkten, auf Oldtimer überträgt, und dazu einer, der bei einem in Köln seit 2003 Mitgliederaquise betreibenden Mitbewerbers Classic Car Club, wohl mehr als einen Blick über den Zaun geworfen hat.

Beim klassischen Time Sharing der 80er war das stückchenweise Verscherpeln von Teilzeitnutzungsrechten ein Jahrhundertgeschäft, auf diese Weise “vertickte” Ferienwohnungen und Hotelanteile brachten unterm Strich den Initiatoren Erlöse, die dem 3 bis 5-fachen der damaligen Marktwertes ganzer Wohnung entsprachen. To cut the Story short, um mal nachzurechnen, ob der Mitgliedsbeitrag bei AutomobileMeilensteine wirklich so “attraktiv” ist, wie Jan Richter von Classic Driver heute für seinen wohl zukünftigen Anzeigenkunden wohlwollend schrieb,  unterzog ich die Punkte-Preislisten beider Anbieter mal einem Säure-Schnelltest: 

Einfaches Rechenbeispiel: Bei den Kölner kostet das “Einsteiger-Paket” mit einem Startguthaben von 100 Punkten – dort “Jahresbeitrag” genannt – 990,00 Euro oder 9,90 pro Punkt. Danach kostet die Standard-Mitgliedschaft mit jährlich 200 Punkten einen Jahresbeitrag von 1.790,00 Euro oder 8,95 Euro pro Punkt, pro Jahr.

Die ‘Kölner’ Punkte Preisliste weist aus: Im Sommer kostet ein Freitag-Samstag-Sonntag-Fahrvergnügen mit max. 300 Kilometern, mit einer ‘230SL Pagode’, 96 Punkte, womit die 200 Punkte, die ein Clubmitglied für 1.790 Euro im Jahr erhält, grade mal für rund 2 Wochenendausfahrten reichen… Mehrkilometer müssen berappt werden… für eine ganze Woche müssen 196 Punkte berappt werden.

Bei einem in der Anschaffung um einiges billigeren Triumpf TR4, sind es dann nur 64 Punkte für das kurze Wochenendefahrvergnügen und    128 Punkte für die ganze Woche. Restpunkte können angespart werden, ob Zusatzpunkte erworben werden können, ist mir nicht bekannt. Bei den Kölnern gibt es nur zwei “Jahreszeiten”, Winter und Sommer.

AutomobileMeilesnsteine unterscheiden da schon etwas feiner. Deren “Silber” (Standard) – Clubmitgliedschaft ist jährlich mit 2.000 Euro etwas teuerer, die AutomobileMeilensteine Punkte – Preisliste bietet vor- und nachsaisonale Nutzungszeiten und ähnelt “verdächtig” der von Hapimag. Es gibt zwar optisch hier mehr Punkte p.a. für die Mitgliedspakete, die Punktepreise variieren stärker als bei Classic-Car-Club, unterm Strich liegen die aus den Punktepreisen errechneten geldwerten Preise pro Woche Nutzung, nur geringfügig unter den von Classic-Car-Club. Nachteil aus meiner Sicht: Die 750 Euro Aufnahmegebühr, die grade bei Aussteigern in den ersten 4 – 5 Jahren pro rata temperis auf die Nutzungsentgelte drauf zu rechnen sind.

Für beide Anbieter gilt: Lege ich jetzt mal die bei Time-Share-Anbietern wie in der Hotelerie gültige saisonalen Bewertungsmaßstäbe zu Grunde, kann ich von Mai bis Oktober von rund 24 Wochen pro Jahr ausgehen, die so ein schicker Roadster für Schönwetterausfahrten an Wochenenden nutzbar ist. Vor- und Nachsaison Nutzungszeiten nicht mitgerechnet.

Also, where is the Beef? Dazu nehme ich mir die ‘Pagode’ vor, denn beide, die ‘Kölner’ (230SL) wie die ‘Frankfurter’ (280SL) bieten eine solche an. Bei den ‚Kölnern‘ sieht die Rechnung in etwa wie folgt aus:

Classic Car Club bietet in den begehrtesten Sommermonaten Mai – Oktober = 24 Wochen – a 192 Punkte an = 192 x 8,95 Euro = 1.718,00 Euro (inkl. Mwst.) pro Woche = 41.242 Euro inkl. 19% Mwst. = summasumarum Mitgliederbeiträge für 24 Wochen von…

34.657 Euro * 

Da die in den Monaten davor und danach angebotenen(vor- und nachsaisonalen) Punkte  höchstwahrscheinlich auch mittels Clubmitgliedschaften an „den Mann gebracht“ werden dürften, erhöht sich das Ergebnis entsprechend noch um einige Tausender.

Und haben die Clubmitglieder erst einmal das Gefühl…

„… in einem Jaguar E-Type Roadster über die Landstrasse zu fahren, aus der Kurve heraus Gas zu geben, den kleinen Schalthebel präzise in den dritten Gang zu legen und die Wucht des satten Drehmoments zu spüren, wenn Ihr Fuß das Gaspedal kräftig drückt? Das filigrane Lenkrad in der Hand, den satten Klang des turbinenhaften Triebwerks in den Ohren, den Wind in den Haaren und den unverkennbaren Geruch von Leder und englischem Roadster in der Nase.

Wissen Sie wie unterschiedlich der Geruch, das Fahrgefühl, die Wind- und Motorgeräusche und die Kraftentfaltung einer Mercedes 230 SL Pagode sind?…

 erlebt und bleiben bei der Stange, sagen wir mal durchschnittlich 5 – 6 Jahre Mitglied, bis sie aus meiner Sicht das einzigst Vernünftige tun, nämlich sich selbst einen eigenen Oldtimer zu kaufen, hat so ein ‚Pagödchen‘ mal eben zwischen rund 170.000 und 208.000 Euro vor Kosten und Steuern, in die Kassen gefahren, und das für ein einziges altes Auto.

Das ganze Oldtimer – Share – Modell dann mal auf 10 – 15 verschiedene Oldtimer und analog hierzu auf die entsprechender Anzahl von Clubmitgliedern hochinterpoliert, ist, wie die auf die Schnelle erstelleten  Tabellen – Preisvergleiche zeigen… ein mehr als gutes Geschäft für die Anbieter und für die Clubmitglieder? Na ja, wer in der Schule wirklich rechnen gelernt hat… aber das schreibe ich jetzt mal lieber nicht hier hin.

* Mitgliederbeiträge-Einnahmen vor Unkosten . Unterhaltung etc.

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Update: Klar geht CarSharing bei Oldtimern auch anders, warum nicht? 3 gute Freunde haben bspw. 5 Oldtimer und die tauschen sie gelegentlich untereinander, wenn ihnen danach ist, ohne Clubmitgliedschaft, ohne 750 Euro Aufnahmegebühr, und ohne langfristige Vorausbuchungen… oder zum Beispiel meinen Benzin-Rasenmäher leiht sich mein Nachbar öfter aus und ich kriege mal seinen Touran, wenn ich mal was sperriges fahren muss.

Vintage-Car-Share Oldtimer-Sharing Oldtimer-Vermietung Klassikstadt-Frankfurt.

Automechanika, Plagiatus, Revolution Girl + Essstäbchen

Mein Papa war 1971 einer der Mitbegründer der ersten Automechanika. Damals dümpelten die Neuwagenverkäufe wie heute auf sehr niedrigem Niveau und die Ölkrise kündigte sich bereits an. Die Automobilhersteller hatten plötzlich keinen Mumm, die Automobilausstellung IAA durchzuführen. Fast ein Halbesleben später war ich wieder mal dort, auch weil mich eine Firma von “früher” gefragt hatte, “kannst Du mal was für uns schreiben, mit schönen Bildern vom Messestand?” Na ja, aus einem bißchen Eigeninteresse auch.  Und so 33,00 Euro Eintritt sparen, ein Gutschein “for Two” für ein Wochenende in München und… it looks like a Job for me, lässt man sich nicht durch die Lappen gehen.

Die Artikel der FAZ über dreiste Plagiatoren, die hier in Chinesischen Sklavenbetrieben hergestelltes Billigzubehör und Autoersatzteile feilboten, hätte sehr viel länger sein können. Kein Wunder, dass, als ich obiges Foto von den einer Deutschen Marke verdammt ähnlich sehenden Einspritzdüsen schoss, gleich drei etwas mürrisch schauende Bruce Lee’s mir den Schusswinkel versperren wollten.  

Viel gibts nicht zu berichten, ich habe meinen Job erledigt, meine Beifahrerin und ich werden demnächst, wenn das Wetter mitmacht, ein herrliches Wochenende in und um München verbringen und ein bißchen was “unmotiviertes” über die restliche Messe seht und lest Ihr hier:

Vielleicht gar keine so dumme Alternative zur Pagode…

Revolution Girl… der neue Interieur – Trend für “sie” für’s nächste Frühjahr…

die “Drücker” die wochentags Staubsauger an Haustüren anbieten, machten schon einen recht matten Eindruck…

Chinesen klapperten zur Kernarbeitszeit des Tages mit ihren Essstäbchen herum…

Wo man hinblickte “For Sale”… früher scheinen die Zollkontrollen schärfer gewesen zu sein, da wurde genau überprüft, ob die Menge zollfrei als Ausstellungsgüter eingeführter Produkte auch wieder mit auf die Heimreise genommen wurde…

Die Hochglanz-Wundermittelchen – Verkäufer, die ansonsten auf Großmarkt-Parkplätzen Kofferraumhauben polieren…

Zum Glück immer noch zweisparachige Werbung…

Mittags um 14.00 Uhr schon den Messestand “geclosed”, so was kostete früher einen Düsi Strafe…

Auch hier von Preussischer Disziplin bei Chinesen keine Spur, auch Madame hatte es schon Stunden vor dem Messeende eilig, wieder nach Hause zu kommen…

Und dann die vielen, vielen Jungs von der Abteilung “Breit und Tief”… bei mir waren es damals die günstig “geschnappten” ledernen Schalensitze und der offene Doppelrohr-Auspuff für den 911er, heute nutzten sie die Gunst “For Sale”, ganze Waggonladungen von “Breit – Plaste” aus den Hallen wegzuschleppen…

Wowww… 10 x 20″ Leichtmetall… so was macht Bizeps…

Das war’s, bis auf die paar Galeriebilder.

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Nippelnachmittag

Wer gut schmiert, der gut fährt. Vielleicht sollte man nicht nur die Pagode mal wieder abschmieren dachte ich mir, sondern sich auch das mit dem “nachmittäglichen Radfahren” gut überlegen, es bei einer 20er Runde pro Woche gut sein lassen und tatsächlich mal beim Konditor halten, vielleicht etwas Fett anfressen, bevor das hier her kommt...

die letzten Tage kommen aus allen Richtungen Immobilien-Briefe, Infos von Kollegen, Kopien von Mandantenbriefe an vermögend Kundschaft, Search-Reports, die von erneutem, hohem Abwertungsdruck auch bei deutschen Gewerbeimmobilien und teilweise auch Wohnimmobilien sprechen… so einige klamm gewordene Hedger verkaufen jetzt Wohnungspakete deutlich günstiger als man sie vor 4-5 Jahren einkaufte…

Ooops… wäre hätte das gedacht, da weigert sich doch die Krise tatsächlich, so vorbei zu sein, wie sich das Angela vorgestellt hatte, und aus toxischen Papieren wieder Cash-Werte werden zu lassen.

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18.08.2010: Flaschentag

Wenn Bankkunden vorsichtig sind und partout an ihren guten alten Sparstrümpfen oder Magerzins-Bundesanleihen festhalten, dann sind sie angeblich “dumm”. Und wenn die Bankkunden schlau sind und sich Aktien und Lehman-Zertifikate aufschwatzen lassen, dann sind sie hinterher auch die “Dummen”. Die Bewohner des Westviertels sind halt meistens dumm.

Manchmal aber haben sie Grund zum Feiern: Alexander Falk muss ins Gefängnis.  Ich kenne einen, der wird heute Abend eine sehr gute Flasche aufmachen.

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Die toten Autofabrikate II: Mopetta Brütsch

Die toten Autofabrikate üben für mich eine Faszination aus.

Über den ausgestellten Maikäfer” Volkswagen von Josef Ganz in der Central-Garage hatte ich schon geschrieben. Bernd Meyer – Brockel mit seinen  Freunden und ich waren gestern mal zur Besichtigung dort.

Weitere Links: Hier

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