Mein ‘Rennfahrertraum’, nach 55 Jahren erfüllt

Ein Gastbeitrag von Winfried Beer – Idar Oberstein

Angeregt durch den interessanten Beitrag hier im Motorbloeckchen, daß alte  Karussellautos immer mehr Freunde finden und das abgebildete Werbeprospekt der Firma  Steigemann, möchte ich dazu auch einmal etwas von meiner Leidenschaft zu Oldtimern und besonders etwas zu meinem Steigemann „Mercedes Silberpfeil“ schreiben. Der, der oben im Mercedes-Kittel in einem Karussellauto sitzt, das bin ich, Winfried Beer.

Selbst ein Baujahr Anfang der 50er Jahre, mitten in der 300 SL – Ära“ großgeworden,  durfte ich schon früh als kleiner Beifahrer vom Vater im Mercedes 170 S, durch den Stern auf der Motorhaube nach vorn in die Zukunft schauen. Dazu ließ so manches Mercedes Blechauto  unterm Weihnachtsbaum schon früh das schöne Gefühl vom Mercedes Besitzerstolz aufkommen.

Der ‚kleine Beer’ ließ natürlich damals in unserer Gegend keine Kirmes aus, auf der ein Autokarussell aufgebaut war, seine Ambitionen selbst hinterm Lenkrad auszutoben. Für meine Mutter waren es Groschengräber, für mich Momente höchster Glücksgefühle, wenn ich in einen der glänzenden Rennwagen einstieg und dauerhupend den Vordermann überholen wollte. Ja, dort im Karussellauto, durfte ich als kleiner Junge für ein paar Groschen einige Runden lang in der Welt der Autofahrer und besonders der Rennfahrer schwelgen, die in der Erwachsenenwelt in der nicht weit von uns entfernten Eifel, ihre Runden um den Nürburgring drehten.

Später, während meiner Schulzeit, in der ich dem Führerchein entgegenschmachtete, war der Besuch der Automobilausstellung alle zei Jahre in Frankfurt mit mir, Pflichtprogramm für meinen Vater. Hier entfachte meine Sammelleidenschaft von Automobilia wie Autoprospekten und Jahrbüchern erst so richtig, die ich zum Leidwesen meiner Eltern zeitweise wesentlich intensiver verschlang als die Inhalte meiner Schulbücher. Mercedes-Benz war damals meine Leidenschaft. Selbst im gymnasialen Schulaufsatz einer Bildbeschreibung, mußte damals zum Verdruß meines Lehrers ein schwarzes 300se Cabriolet herhalten.

Das erste eigene Auto wurde schon kurz vorm Führerschein mit 17 Jahren erworben und war ein hellblaues Goggomobil T250. Ich erinnere mich heute noch an meine Abiturfeier und an die hinterher tiefen Furchen mit Abdrücken von Reifenprofilen im Rasen unserer des Sportplatzes. Im Lauf der Jahre kamen nach und nach einige Kleinwagen dieser Zeit hinzu, wie Spatz ,Janus und Goggo dazu und so erklärt sich, daß ich später anfing richtige Autos zu  sammeln.

Danach folgte ein herrschaftliches Mercedes 220 Seb Coupe im Traumzustand, denn ein Cabrio dieser Art war schon unerschwinglich geworden.

Wie es so ist. Wen die Sammelleidenschaft einmal gepackt hat, den lässt sie nie wieder los. So kamen nach und nach weitere Autos dazu, wie ein „Bond Minicar“, „Rolux Baby VB60“, „Gutbrod Superior Sportroadster“ und eine Nummer größer, „mein Silberpfeil“, ein natürlich silbernes 280 SE 3,5 Coupé.

Es war zuerst wie ein Traum, als ich vor einiger Zeit, nicht weit weg von hier, in einer alten staubigen Scheune vor den Überbleibseln eines alten Kinderkarussells stand und dem wie aus dem Nichts aufgetauchten ‘Silberpfeil’.  

Es gab keinen Zweifel, es war ‘mein’ Karussellauto aus den 50er Jahren, in dem ich, der kleine Beer, damals wild hinterherhupend seine endlosen Runden drehte, mein  Traumauto, einer der ganz wenigen von der Firma Steigmann gebauten ‘Silberpfeile’.

Hier will ich erst mal Schluss machen. Ob dieser seltene Steigmann “Silberpfeil” meine Sammlung abschließt? Bei großen Jungs wie mir, bin ich selbst mir nicht so sicher.

 

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Besser als über Berlin Tempelhof abzuschreiben

Mitunter mache ich innerlich Freudentänze, wenn ich Fotos geschickt bekomme wie diese, und wieder einmal von Martin Graf.  

Dann muss man auch mal sitzenbleiben können, nur anschauen und staunen. Jedenfalls habe ich Martin gebeten, heute hier zu übernehmen, und bitte nun um freundliche Anteilnahme am wie ich finde, gelungenen Versuch, mit tollen Fotos, Neoklassizismus pur, und wie sie nur ein Profifotograph in Verbindung mit einmaliger Kulisse so stimmungsvoll hinbekommt, uns eine kleine Foto – Geschichte vom alten Flughafen Berlin Tempelhof zu erzählen.

 

P.S. Ach ja, oben die Fotos könnt Ihr durch Klick vergrößern.

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Eine erstbeste Entscheidung im Neujahr

Meine beste Entscheidung im alten Jahr: am 31.12. um 23.50 Uhr mit dem Rauchen aufzuhören.

Meine schlechteste Entscheidung im neuen Jahr: am Neujahrsmorgen um 9.15 Uhr mit dem Rauchen wieder anzufangen..

Grund hierfür: Heute Morgen, beim ersten Tässchen Gutenmorgenkaffees des Jahres 2013, Öffnen eines lieben Gruß-E-Mails von einem erst vor ein paar Tagen kennengelernten Online-Redakteur eines Fernsehsenders. Mit  Fotoanhang. Und was für einen.

Unglaublich, unter anderem eine ganze Reihe Sunbeam Talbot 90 MKIII Cabriolets, wie dem hellblauen, in dem Grace Kelly Gary Grant in “Über den Dächern von Nizza” die Küstenstraßen entlang chauffierte und von denen man selbst in einschlägigen, englischen Portalen kaum mehr bezahlbare findet.

Fast so wie vor 2 Jahren schon mal, als ich fast die gleichen Fotos in diesem Jäger der verlorenen Schätze – Beitrag sah, leicht erhöhter Puls, verbunden  mit Selbstgesprächen, im Kopf herumschwirrenden ganz dummen Gedanken und Wachträumereien wie “den grünen, den muss ich haben…” “wenn ich mir richtig Mühe gebe, lässt sich die Copilotin bestimmt umtimmen…!?” … also gleich  Antwort  an ihn tippen, “bitte, bitte, verrate mir diese Adresse, wo vielleicht heute noch das condagrüne 1974er Porsche 911 T Coupé steht und auf mich…”

Aber Moment mal, hat uns die Kanzlerin nicht erst vorgestern auf Trockenbrotzeiten eingestimmt?

Meine erstbeste Entscheidung in 2013: Wo diese Dornrößchen  eines verkaufsbereiten Sammlers stehen – “ohne einen einzigen Mercedes-Benz darunter” – soll auch besser weiterhin (s)ein  Geheimnis bleibens, und das ist auch gut so. Für mich und für einige von Euch wohl auch.

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Alle reden vom Wetter, Bernd Meyer-Brockel nicht

262 km/h zeigte die Anzeige vor zwei Jahren im ICE an und ich dachte mir, na ja, das ist ja schon ganz schön schnell. Eigentlich will ich gar nicht so schnell nach Frankfurt, weil Berlin heute wieder so nett zu mir war. Jedenfalls schwankte der ICE durch den überdimensionalen Truppenübungsplatz namens “Brandenburg” und ich stand im rosa ICE Bistro an der Kasse und wollte für bares Geld einen Kaffee ToGo ehrlich erwerben, als der ICE eine ziemlich heftige Bremsung  machte, die mich fast gegen den Tresen schmiss. Kurz drauf stürmte der von einem Solarium gesichtsgerötete  Zugchef an mir vorbei, direkt hinter die schmale Theke des Bistros und sagt etwas, was man nicht hören will, wenn man mit 262 km/h durch Brandenburg rast.

“Mach mal schnell n Kaffee un Korn, dem Lokführer ist mau”

Aber so ein Zug fährt ja erst mal auf Schienen. Wird also geleitet von deutscher Wertarbeit, von Stahl, den halbnackte deutsche Männer in Hochöfen gegossen haben, auf das es ewig halte. Und ich weiß, dass ICE-Züge da vorne einen Fußschalter haben, der alle 30 Sekunden bedient werden will. Wird er nicht getreten, dann piept es laut. Piept es lange laut, dann wird der Zug automatisch gestoppt.

Bernd Meyer-Brockel hatte uns Automobil-Puristen getreu der Mercedes-Benz Baureihe W113 folglich so wie jedes Jahr, gestern am sog. ‘Pagoden-Tag’ 11.03, in das  Eisenbahn Museum Darmstadt Kranichstein eingeladen. Töff Töff Töff oder irgend so was wollte ich deshalb über die alten Loks ohne solche Fußschalter schreiben. “Alle reden vom Wetter. Wir nicht”. Als automobiler Purist fiel mir heute gegen 1.00 Uhr, als es grade leicht zu schneien anfing, die im Herbst 1966 gestartete Kampagne für das “wundervollste” Transportmittel wieder ein, das wir mal hatten,  “Zuckersusi und ihren Gespielinnen

 

 

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und hier noch ein paar ausgewählte Impressionen.

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